Die Headline meines heutigen Beitrages klingt vielleicht schlimmer, als ich sie wirklich gemeint habe. Ich bin froh über und dankbar für die Zeit, die ich in einem der weltgrößten Kommunikations-Unternehmen verbringen durfte. Doch irgendwann war für mich die Zeit da, aus dem großen Konzern auszusteigen und meinem Herzen zu folgen.

 

Es steht und fällt mit Deinem Vorgesetzten

Doch von vorne. Nach meiner Lehre fing ich direkt in einem der damals größten Internet-Unternehmen Europas an. Die Zeit war grandios. Kurze Entscheidungswege, viel Aufbauarbeit und ein Chef, der mich glaube ich für mein gesamtes Arbeitsleben geprägt hat – im positiven Sinne.

Warum ich gerade meinen damaligen Chef bzw. Standortleiter so hervorhebe? Nun ja, er hat mir ehrlich gesagt viele Freiheiten gelassen. Ich konnte neue Ideen einbringen und in vielen Projekten auch meiner Kreativität freien Lauf lassen.

Natürlich mussten Zahlen und Ergebnisse trotzdem stimmen. Das taten sie übrigens auch. Ich war in der Zeit so oft im Flow, dass mein Überstundenkonto manches mal zu explodieren drohte. Das war mir zu der Zeit jedoch egal. Ich wollte anders und besser sein als einige meiner „Ist-doch-eh-alles-scheiße“-Kollegen.

 

Zeiten ändern sich und Dich

Würde es diese Firma in der damaligen Form noch geben, wäre ich vielleicht noch heute dort – wer weiß. Die Zeiten änderten sich jedoch. Unsere erfolgreiche Tochterfirma wurde aus aktientechnischen Gründen zurück zur Mutter geholt. Mein Chef wurde zudem von heute auf morgen sehr krank.

Was dann folgte war mehr oder weniger das, was man sich von einem riesigen Konzern so vorstellt. Musste ich vorher zwei bis drei Leute bei einer kleinen Entscheidung fragen, waren es jetzt gerne auch mal über 20. Kreativität oder Extrameilen-Geher waren unerwünscht. Was zählte, waren ausschließlich nur noch Zahlen.

Dieses Spiel spielte ich zunächst mit … und fühlte immer mehr, dass dies auf Dauer nicht mehr mein Leben sein würde. Dies war die Zeit, in der ich mir konkret überlegte, mit anderen Sachen mein Geld zu verdienen.

 

Ohne Fleiß kein Preis

Ich fotografierte schon damals nebenberuflich für eine Fotoagentur, die sich auf Eventfotos spezialisiert hatte und die umliegenden Zeitungshäuser mit Fotomaterial versorgte. Durch diese Aufträge hatte ich so viele Leute kennengelernt, dass ich irgendwann den Schritt wagte, mein erstes Fotostudio zu eröffnen und in meinem Hauptjob zunächst von 40 Stunden auf 30 Stunden ging.

Mein erstes richtiges Teilzeitbusiness war also geboren. Mit allem, was dazu gehört – ängstlichen Eltern inklusive. Auch hier gab ich alles für mein neues „Baby“. Im Hauptjob machte ich immer noch einen guten Job, aber die Extrameilen wurden weniger.

Es kam, wie es kommen musste. Mein Teilzeitbusiness wurde immer erfolgreicher und schon kurze Zeit später wechselte ich in meinem Hauptjob auf 20 Stunden. Ich hatte meinen früher geliebten Hauptjob also quasi „halbiert“ – und hatte jetzt noch mehr Zeit, in meinem Teilzeitbusiness so richtig Gas zu geben.

 

Du musst im Leben Deine Chancen nutzen

Dann kam irgendwann die Chance, bei der ich mich entscheiden musste, alles auf eine Karte zu setzen. Den vermeintlich sicheren Großkonzern verlassen und komplett in die Selbstständigkeit zu springen. Auch wenn ich meiner Frau und meinen Eltern gegenüber zunächst so getan habe, als müsse dieser Schritt gut überlegt werden, war für mich bereits nach wenigen Sekunden klar, dass ich diesen Schritt auf jeden Fall wagen werde.

Gab es von überall Zustimmung? Natürlich nicht. Es gab die typischen Experten, die sofort sagten, dass das alles ja nix werden könne. Sie selbst waren bis zu diesem Zeitpunkt übrigens meistens durch Jammern aufgefallen und gehen noch heute jeden Tag unzufrieden zu ihrer Arbeit.

Für mich war es genau der richtige Schritt zur richtigen Zeit. Das soll keinesfalls heißen, dass es als Selbstständiger viel einfacher ist. Im Gegenteil! Wer schon im Hauptjob Angestellten-Mikado (wer sich als erstes bewegt, wenn ein Kunde kommt, hat verloren) spielt, sollte am besten genau da bleiben, wo er ist. Wer auch die Sehnsucht verspürt, mehr im Leben zu wollen, der sollte es einfach probieren. Vielleicht auch zunächst in Teilzeit, so wie ich es gemacht habe.

 

Mach Dein Ding!

Vielleicht konnte ich Dich ein wenig mit dieser kurzen Geschichte inspirieren. Möglicherweise stehst auch Du gerade vor einer ähnlichen Entscheidung und überlegst, ob Du ein neues Abenteuer wagen sollst. Ich für mich kann nur sagen, dass ich es keinen Tag bereut habe!

Mein Leben ist durch diese Entscheidung sehr bereichert worden – auch wenn es sich dadurch komplett geändert hat. Wenn das Feuer in Dir auch lodert, dann lösche es nicht, sondern entfache es noch mehr. Ich wünsche Dir ganz viel Glück bei Deiner Entscheidung und bei Deinem weiteren Weg.


Wenn Dir mein heutiger Beitrag gefallen hat, dann schreibe mir doch gerne einen Kommentar. 

Tegan Mierle

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